Donnerstag, 29. Dezember 2016

Slam Poetry zum Gedenken

Wir gedenken auch dieses Jahr der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Die Veranstaltung des Friedberger HELDEN Theater e. V., des Junity Friedberg und des Antifaschistische Bildungsinitiative e. V. Friedberg wird von Andreas Arnold moderiert.


Freitag, 27. Januar 2017 um 19:00
Junity, Burgfeldstraße 19, 61169 Friedberg


Der Eintritt ist frei.

Donnerstag, 17. November 2016

Wenn Hessen sich in Essen messen

Wenn vier Poeten zusammen in einer WG wohnen, kann es schon mal drunter und drüber gehen. Denn sie sind nicht alle so entspannt und ausgelastet, wie es die Pressefotos stets vermuten lassen. In ihrer Freizeit gehen sie nämlich ganz anderen Berufen nach als in ihrer Hauptbeschäftigung auf der Bühne – wenn sie nämlich gerade einmal kein neues nobelpreisfürliteraturverdächtiges Werk schreiben oder irgendwo in der Bundesrepublik „ins Mic spitten“, dann sind unsere Wortakrobaten ein Vulkanforscher, ein Astronaut, ein Wikipediaeinträgefälscher und ein Waldläufer. Wer wer ist, bleibt aus Datenschutzgründen geheim. 
 
Und wenn eben diese vier Männer, den Alltagstrott hinter sich gelassen, anfangen ihre Taschen und danach das Auto zu bepacken, weil sie wieder einmal einen Notruf aus einem anderen Bundesland erhalten haben, mit der Bitte, doch bitte die Abendshow zu retten, dann bleiben keine Trockenfrüchte, keine Thermoskannen und keine Queen-CDs vor ihnen sicher. Denn die Fahrt ist lang und der unstillbare Durst danach, eine (Brems)Spur am Einsatzort zu hinterlassen, ist groß.
Dieses Mal trifft es die Weststadt Story in Essen – eine riesige und legendäre Slam-Veranstaltung, die in- und außerhalb von Nordrhein-Westfalen großes Ansehen genießt.
Kurz vor der Abreise versammelt man sich traditionsgerecht im Flur und bespricht wichtige Eckdaten der Reise.

Er ist nicht zu finden, der Autoschlüssel in unserer Schüssel für Schlüssel!“ Thorstens Fäuste stemmen sich gegen seine Hüfte.

Verzeihe mir, Thorsten!“ entschuldigt sich Andreas. „Ich habe ihn mir gestern zum Üben ausgeliehen, als endlich das Buch ankam, welches ich bestellt hatte: 99 Wege mit einem Schlüssel schnell zu töten. Ich hole ihn mal eben aus der Übungspuppe heraus.“

Tu dies. Denn leider können wir uns das Fahren nicht sparen. Und wo ist überhaupt Artur? Macht er wieder eine Haarkur?“

Bin am Start“, Artur betritt den Flur und stopft sich noch ein paar Texte in die Hosentasche, die er in den nächsten drei Stunden immer wieder herausholen wird, um sich zu vergewissern, dass er sie auch wirklich dabei hat.
Jo, Domi, Bro, darf ich meinen Eistee in deine Tasche stecken? Ich nehm' keine mit, Digga. Dominik?“

Thorsten und Artur sehen verwundert zu Dominik herüber, der nicht antwortet. Einige Sekunden lang, bevor Thorsten erstarrt und Artur sich dreimal bekreuzigt. Den beiden wird nämlich klar, dass es gar nicht Dominik ist, sondern die Übungspuppe und dass Andreas die beiden schon wieder verwechelt haben muss.
Im selben Augenblick hört man verzweifeltes Bärengebrüll von Andreas aus dem Trainigsraum. Er kommt in den Flur, den (Gott sei Dank) noch atmenden Dominik auf den Armen tragend und stellt ihn ab.

Andy, ist es eigentlich dein Ernst? Wie oft denn noch?“, Dominik ist wirklich sauer, aber kann sein Lächeln nicht ganz unterdrücken, weil... wer kann Andreas schon so richtig böse sein?

Dominik, es tut mir so leid, dass es wieder zu dieser Verwechslung kam! Für das nächste Mal merke ich mir – wenn es stöhnt, dann ist es nicht meine Übungspuppe“, entschuldigt sich Andreas, „Ich bin heilfroh, dass du meine gestrige Trainingseinheit und die Nacht überlebt hast! Aber das Buch ist wohl für'n Arsch.“

Männer, wir müssten wirklich langsam los!“, Thorsten schaut die anderen über den Rand seiner Brille an und das ist kein gutes Zeichen.

Die Choreographie beim Einsteigen und Sitzen läuft nach so vielen Fahrten absolut reibungslos ab: Thorsten fährt, Dominik schmückt den Beifahrersitz, Andreas sitzt hinter Thorsten, Artur sitzt hinter Dominik und zwischen Andreas und Artur in der Mitte sitzt noch Andreas' rechter Arm und pulsiert.

Die drei Stunden, viele kleine und große Städte, einige Wälder und unzählige Eindrücke ziehen staulos an unseren Poeten vorbei. In dieser Zeit haben sie meist alle relevanten Themen dieses Lebens besprochen und alle Weltprobleme in der Theorie gelöst. Es wurde sogar der eine oder andere Spaß ausgetauscht.

Nachdem die Boyband in Essen angekommen ist, ahmt sie coole US-Kids nach und hängt ein bisschen in der Mall herum. Es wird gespeist und langsam versinken unsere Helden in ihren eigenen Gedanken, die bevorstehende Show im Fokus.

Zeitsprung. Die Weststadthalle füllt sich wider Erwarten (parallel fand die NRW-Slam-Meisterschaft statt) und die mindestens 500-10.000 Besucher nehmen ihre Plätze ein, die Luft knistert. Die Slampoeten sitzen auf bequemen Sofas und trinken VIP-Wasser, während das Moderationsduo Gabriel und Thomas mit dem berühmten Weststadt-Story-Pferderennen die Besucher in Extase versetzt. 

 
Artur darf den Abend eröffnen und trägt Mama vor. Dominik kommt als zweiter Poet auf die Bühne und reißt die Halle mit Dinge, die ich nicht verstehe nach allen Regeln der Gebäudesprengungskunst ab. Andreas liest Kein Text und scheidet zusammen mit Artur aus, um sich mit ihm betrinken zu dürfen und neue Bekanntschaften zu knüpfen. Thorsten performt Konzentrier dich! und kommt zusammen mit Dominik ins Finale.

Im weiteren Verlauf des Abends bekommt das Publikum Hessens Klassiker um die Ohren gehauen mit Thorstens Fortissimo und Dominks 90 Minuten oder wie lange Nagellack zum trocknen braucht und Anapophasistos, welche ihm einen würdigen zweiten Platz des Abends und eine Lyriksammlung von Mesut Özil bescheren.


Nach diesem erfolgreichen Abend in Essen haben unsere Helden mal wieder gezeigt, aus welchem Holz ein Hesse geschnitzt ist. Einige Stunden später sitzen die Vier wieder im Auto auf dem Heimweg zu ihrer Poeten-WG und schnick-schnack-schnucken, wer morgen Frühstück macht.


Mittwoch, 19. Oktober 2016

Poetry-Slam-Show bei Wetterau on Stage im Dolce-Theater

Am 24. September stand die zweite Auflage von Wetterau on Stage im Dolce-Theater in Bad Nauheim auf dem Programm. Wir haben uns sehr gefreut unsere Poetry-Slam-Show in einem zwanzig-minutigen Slot als Mini-Poetry-Slam in die Veranstaltung einfließen lassen zu können, und natürlich darauf, als besonderes Highlight angekündigt worden zu sein. Für uns war es das auf jeden Fall.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Slam-Wochenende in der Wetterau


Gleich zwei Slams kommen morgen und übermorgen im Kreis auf euch zu. Mit fulminanten Line-ups und großartiger Musik.

Karten gibt es jeweils an den Abendkassen, und sicherlich auch noch im Ticketshop in Friedberg (06031-15222)

Wir freuen uns auf euch :)



Poetry Slam Karben, 7.10.2016
Poetry Slam Reichelsheim, 8.10.2016

Mittwoch, 28. September 2016

2. Karbener Lesebühne am 29.09.2016

Alt trifft Jung. Jung trifft Alt. Junge Wortrebellen treffen auf junggebliebene Literaturexperten. Und alle haben Spaß. 

Bei der zweiten Lesebühne im Karbener KUHtelier werden wieder vier in der Wetterau bekannte Slammer einen gemeinsamen Abend mit den Literaturpäpsten und Päpstinnen des Karbener Litertaurtreffs e.V. gestallten. Worte werden geboten, die verschiedener nicht sein konnten und doch dem selben Ziel dienen: das Publikum mit der geballten Kraft des geschriebenen und gesprochenen Wortes zu begeistern. 

Der Eintritt im KUHtelier, Burg-Gräfenröder-Str. 2 d, 61184 Karben, beträgt 5 Euro 


Für die Wetterauer Slammer werden dabei sein: 

Kim-Anh Schäfer - Local Hero und prämierte Jungautorin
Andreas Arnold - Mr. Wetterau sein Spitzname, zu recht
Merlin Veit - äußerst charmanter Co-Moderatur des Karbener Poetry Slams
Dominik Rinkart - ein Synonym für Poetry Slam in Karben 

Als Special Guest im Rampenlicht:  Lea Weber - Poetry Slam hat in ihr zum Zenit gefunden 

Für Musikalische Abwechslung sorgt:  Frank Albersmann - er und eine Gitarre, mehr braucht die Welt nicht zum gut sein 

Wir freuen uns auf euch!

Sonntag, 25. September 2016

[slamtiʃ] - Der wöchentliche Poetry-Slam-Stammtisch im Junity

[slamtiʃ] - Der wöchentliche Poetry-Slam-Stammtisch im Junity

Ab dem 6. Oktober haben Interessierte, Neulinge und „Alten Häsinnen und Hasen“ die Möglichkeit, jeden Donnerstag, ab 19:30 Uhr, im Junity, zusammen an Texten zu arbeiten, sich gegenseitig Tipps zu geben, sich an „Fachpublikum“ zu erproben, gemeinsam neue Texte zu schreiben, an alten zu werkeln u. s. w.

Wir freuen uns auf euch.

Montag, 12. September 2016

Eröffnungsshow zum hessischen Tag des offenen Denkmals am 10. September 2016

Dieses Jahr hatte das Theater Altes Hallenbad in Friedberg die Ehre, der Gastgeber für die Eröffnungsfeier zum Tag des offenen Denkmals in Hessen zu sein. Staatsminister Boris Rhein, Minister im Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, eröffnete die Veranstaltung feierlich und freute sich auf die Gruppe Lacapella und selbstverständlich auf Poetry Slam Wetterau, von denen er doch in Wiesbaden schon so viel gehört hatte. Immer wieder sagte Volker Bouffier, Ministerpräsident des Landes Hessen: "Mensch, Boris, schau dir das doch mal an!"
Nun war die Gelegenheit und nachweislich des nachfolgenden Bildes war Herr Minister von prächtiger Unterhaltung durchdrungen. Wir auch - es war eine tolle Veranstaltung für uns.

Samstag, 3. September 2016

Poetry-Slam-Workshop mit Wehwalt Koslowsky

Am Vorabend ist Wehwalt Koslovsky beim Poetry Slam - Wanderpokal der Grätsche gegen Rechtsaußen. Wenn er ohnehin schon in der Wetterau ist, warum nicht gleich einen Workshop anschließen, dachten wir uns. Gedacht getan. Hier ist er!

Stattfinden wird er am 17. September 2016 von 13:30 bis 17:30 Uhr im Junity in Friedberg (Burgfeldstraße 19, 61169 Friedberg).

Der Workshop ist auf 12 TeilnehmerInnen begrenzt. Anmeldungen hier über eine Nachricht an reichelsheim ät poetry-slam-wetterau.de.

Wir freuen uns auf euch :)

Montag, 29. August 2016

Poetry Slam - Wanderpokal der Grätsche gegen Rechtsaußen am 16.09.2016 in Echzell-Bingenheim

Poetry Slam 16.06.2016 Echzell-Bingenheim
Unter dem Motto "Demokratie" findet in diesem Jahr der 2te Poetry Släm um den 'Wanderpokal' der Grätsche gegen Rechtsaussen e.V. in Bingenheim statt. Der Gewinner des letzten Jahres, Artem Zolotarov, wird versuchen das wunderbare ä ein zweites mal mit nach Hause nehmen zu dürfen. Jan Cönig, Barbara Roherwasser, Mega Martin, Dominik Rinkart, Thorsten Zeller, Wehwalt Koslovsky, Ulf Eisenkrämer, Kim-Anh Schäfer und Maria Sailer werden allerdings versuchen, sich mit ihren Texten das begehrte ä selbst 'zu schnappen' .

Das Line-Up verspricht viel Spannung und tolle Beiträge der Poeten. Moderiert wird der Släm von Andreas Arnold.

Für die Musik sorgt das Duo Soulmantic aus Butzbach.

Veranstaltungsort ist die Sampo-Halle der Lebensgemeinschaft Bingenheim in der Weidgasse 36.

Tickets gibt es für € 5,00 an der Abendkasse, im Vorverkauf im TICKET SHOP FRIEDBERG (06031/15222) oder im Internet.

Dienstag, 9. August 2016

29. Reichelsheimer Poetry Slam am Samstag open air im Beach Club

Impressionen aus dem Beach Club
Unser 29. Poetry Slam im Bistro Cockpit ist unser GRAND SLAM.

Die besten Poetinnen und Poeten der Saison treffen sich erneut, um im finalen Wortabtausch von euch feststellen zu lassen, wer sich Saisonsieger*in nennen darf. Das ganze mit Band und Open Air und Sandstrand und toller Bühne und solchen Sachen. Wird wieder großartig!

Line-up:
Ann-Christin Wahlen
Lea Weber
Barbara Roherwasser
Gax Axel Gundlach
Julius Emmel
Robin Baumeister

Musik kommt von den großartigen Fluchtplan.

Karten gibt es zu 4,00 Euro für SchülerInnen und StudentInnen und 5,00 Euro für alle anderen im Vorverkauf über den TICKET SHOP FRIEDBERG (06031/15222) oder über das InternetKarten an der Abendkasse zu 6,00 Euro / 5,00 Euro ermäßigt.

Sonntag, 24. Juli 2016

Zahl der in Calbach Aufenthältlichen verdoppelt: Erster Büdinger Poetry Slam übertrifft Erwartungen

Die Finalisten und Wegbereiter, Foto:Karin Wörther
Mit dieser klangvollen Schlagzeile habe ich mir wirklich Mühe gegeben. Es ist aber auch eine verdiente, denn in einem so besinnlichen Örtchen von 500 Einwohnern, wo den dort nach beschwerlicher Reise durch alpin anmutende Serpentinen sein Fahrzeug Parkenden im Vorgarten gehaltene Minischweine neugierig begrüßen, wer hätte da gedacht, dass sich der Veranstaltungsraum bis auf die letzten Stehplätze füllen würde. Vielleicht lag es an der liebevoll eingerichteten Kulturscheune von mo und Jochen, vielleicht am verlockend tollen Buffet, das unsere afghanischen Freunde für uns bereitet hatten, vielleicht am vielversprechenden Line-up oder an Domis charmantem Lächeln, wer weiß, vielleicht war war es die Kombination aus allem. In zwei Runden traten Robin Baumeister, Maria Sailer, Jonas Leichert und "Anna, meine Tropfen" (Julia Szymik und Barbara Rohrmoser), MegaMartin, Gisi Paulus und Lea Weber in den Wortstreit. Musikalisch flankiert wurden sie von "Bella und Philipp", die mit wunderbarem Singer-Songwriter-Stuff aus Büdingen gekommen waren. Domi und ich gaben in der Moderation alles, hatten aber auch leichtes Spiel, denn die nach Calbach Gereisten waren hungrig nach Slam Poetry und erwiesen sich als ein fantastisch aktives Publikum, wie man es sich in der Moderation nur wünschen kann. Im Finale kam es zur Entscheidung zwischen Robin, Jonas, MegaMartin und Lea. MegaMartin setzte sich mit einem Text über Facebook-Kommentare durch, den er schleichend und unauffällig in eine intellektuelle Auseinandersetzung mit seinem künstlerischen Streben unter der These "Warum mach ich den Scheiß!" zu wandeln geschafft hatte. Was für ein Poet! Der Abend war großartig und schreit nach Wiederholung.

PS Danke an die Zahlreichen, die unserer Bitte um Siegerfotos nachgekommen waren und sie auf Facebook gepostet haben :-)

Sonntag, 10. Juli 2016

Neues aus der Slam WG: WWW - Wettbewerbe, Weilburg, Wölfersheim



Sonntag früh. Die Wetterauer-Boygroup sitzt in der Poeten-WG beim Frühstück. Äußerlich leicht zerknittert, innerlich glatt zufrieden ob der Erinnerungen an die letzten Tage auf der Bühne.
„Un’?“ fragt Andy.
„Joh“, sag ich.
„Hmm“, brummt Domi.
„Passt“, meint Artur.

Andy, gestern noch Zauberer auf der Bühne, kippt ganz un-magisch Körner in seine Müslischüssel. Wir in unsere auch. Allemal besser, als morgens schon ’n Korn zu kippen.

Wir müssen noch ein wenig zu uns finden – denn wir gingen getrennte Wege: Domi und Artur rockten am Freitag die Poetry Slam Bühne in Wölfersheim und mich verschlug es zeitgleich nach Weilburg. Andy setzte am Samstag noch einen drauf als fraglos grandiose Verkörperung eines… sagen wir: fragwürdigen Zauberers in der Inszenierung des Helden-Theaters von Terry Pratchets „Gevatter Tod“.
Getrennte Wege „wegen der größeren Streuwirkung“, lautet die Ratio.
„Wie bei ’ner Nagelbombe?“
Kurzes Schweigen.
„Nein, eher so biblisch: Gehet hin und verkündet das Wort. Da waren nicht so viele Bomben im Spiel.“

Ein Slam zwischen 45 Konzerten.
Und wohin schlendern alle Generationen?



„Also, wie war’s in Weilburg?“, fragt Andy schließlich etwas konkreter, um die Kurve zu kriegen.
„Joh“, setze ich wieder an und fahre fort: „Ich fuhr fort, an diesen Ort eines Klassikfestivals. 45 Konzerte, ein Poetry Slam. Da steckt in den Rahmenbedingungen schon Musik drin! Darüber ging auch mein Text. Begriffe, Rhythmus, Redensarten der Musik in unserer Sprache. Hat bei diesem wunderbaren, quasi Fach-Publikum gut funktioniert. Außerdem fielen die durch zahlreichen Bücherkauf auf.“
„Übrigens“, füge ich hinzu, „sind wir mal wieder eingeladen worden. Als Quartett. Das wird nett.“ Gemeinsam fahren macht eben mehr Spaß. Auch wenn es bedeutet, an einem Freitag Nachmittag auf der Autobahn zu stehen.

Ich spür schon ein kleines Stück Glück und Frage zurück: „Und wie war’s in der Wetterau, daheim, in Wölfersheim?“
Andy kaut, Artur schaut, ich schöpfe Hoffnung und auf die frischen Erdbeeren aus dem eigenen Garten einen Löffel Schlagrahm, da schlagreimt Domi: „Wo wir hin gefahren waren?" Er schaut, als ob er träume, dann beschreibt er ohne Scheu 'ne Scheune. 

Und wer mehr davon erleben will, schaut auf den Veranstaltungskalender. Wir sehen uns!

Ihre / Eure
Wetterau-Boygroup

Mittwoch, 15. Juni 2016

Poetry Slam Special in Karben

 


Die TG-Groß Karben feiert ihr 125-jähriges Bestehen und wir freuen uns diese Feierlichkeiten mit einem Poetry Slam Special schmücken zu dürfen.

Ort des Vergnügens wird die TG Turnhalle am Park sein. Kommet in Scharen und bringt eure Freunde, Verwandte und Teamkameraden mit.
Einlass ist um 19 Uhr.
Die Show starten um 19,30 Uhr.
Der Eintritt kostet den Verstand und 5€.

5 wundervoll wortgewandte Wanderpoeten werden in den Ring steigen und Texte zum Thema Sport und Gesundheit zum Besten geben.

 



Hier die Aufstellung:
Fin Holitzka
(U20 Hessenmeister - das ist wie Europameister nur cooler und ohne Fußball, dafür mit Worten)
Jan Cönig
(Der Holger Stanislavwski unter den Poetry Slammern - ruhig, gelassen und wahlweise links- oder rechtsaußen im team "Team me up, Scottie")
GAX
(Deutscher Jugendmeister im Judo, deutscher Meister im Dojo Odokwan und fasst wäre er auch noch Fussballprofi geworden - das ist zwar alles schon etliche Jahrzehnte her, aber texten kann er auch noch heute wie kaum ein anderer)
Thorsten Zeller
(fährt gerne Fahrrad und lässt sich von seiner Familie bei einer angenehm väterlichen Grundsportlichkeit halten. Seine Schlagereime treffen derweil härter als beide Klitschkos zusammen)
Jey Jey Glünderling
(backpackt in seiner Freizeit gerne durch Laos oder schreit Menschen unbekümmert an. Beim Battlerap überzeugt er mit der Ausdauer eines Marathonläufers)
 
Lea Weber
(findet Fußball ungefähr so spannend wie trockenes Toastbrot, steht jedoch häufiger auf Bühnen als Manuel Neuer in einem Stadion – vielleicht ist das auch gar nicht Manuel Neuer, sondern Lea Weber, denn auch sie hält – und zwar was Poetry Slam verspricht: herausragende Texte mit exzellenter Performance.)

Was ist besser als ein Plakat? Richtig: zwei Plakate.

Auf der Ersatzbank nehmen die beiden Cheftrainer Merlin "Blutgrätsche" Veit und Dominik "doppelter Übersteiger + Ballverlust" Rinkart platz, um dem heiteren Abend einen moderativen Rahmen zu bieten.



Die Einlaufmusik wird FEE. beisteuern. Allein dafür lohnte ich sich schon zu kommen.
Naiv wer da zu Hause bleibt und Fußball schaut!

Dienstag, 31. Mai 2016

28. Poetry Slam in Reichelsheim am 10. Juni 2016

Am Freitag, dem 10. Juni 2016, findet der 28. Poetry Slam in Reichelsheim statt. Moderator und Organisator Andreas Arnold vom Friedberger HELDEN Theater e. V. hat neun Bühnenpoetinnen und Wortkünstler ins Bistro Cockpit eingeladen, um mit Selbstgeschriebenen um die Gunst des Publikums zu wetteifern. Mit dabei sind Thorsten Zeller, Julia Szymik, Clint Werther, Marten de Wall, Martin Weyrauch, Luisa Münch, Dana Pribbernow, Anna Shakoor und Timothy Heinle. Das Publikum stellt wie immer die Jury und bestimmt über Tischbewertung, welche drei der neun Dichter des Abends im Finale einen zweiten Text lesen dürfen. Der Dichterwettstreit ist die letzte Möglichkeit für die Poetry Slammer, sich für das Open-Air-Saisonfinale am 13. August zu qualifizieren.
Einlass ist um 19:00 Uhr. Der Dichterwettstreit beginnt um 20:00 Uhr. Karten gibt es für 5,00 Euro (4,00 Euro für Schüler und Studenten) im VVK über das Internet oder über den TICKET SHOP FRIEDBERG (06031/15222) sowie für 6,00 Euro (5,00 Euro für Schüler und Studenten) an der Abendkasse.

Montag, 16. Mai 2016

Der 11. Poetry Slam in Karben naht

Mit dem Mai kommt nicht nur der Sommer nach Karben, sondern auch der elfte Poetry Slam im Jukuz.

Mit dabei am 20. Mai in Karben sind:

  • Tom Schildhauer (formerly known as Der lustigste Mensch Ostdeutschlands)
  • Tanasgol Sabbagh (hat Tantieme an jedem schönen Satz der Welt)
  • Gisela Paulus (bekannt aus Funk und Fernsehen)
  • Mega Martin (auch im dritten Anlauf bleiben wir optimistisch, dass er es bis nach Karben schaffen wird)
  • Luisa Münch (es heißt sie sei großartig)
  • Puran Sabbagh (dieser Nachname verspricht ganz große Kunst)
  • Ann-Christin Wahlen (einschüchternd gut!)

Es wird großartig, es wird schön, es wird lecker, es wird Popcorn geben und Musik von Maxi Adler.

Wir freuen uns!

Sonntag, 8. Mai 2016

Jean Ricon neuer Kreismeister

Nach drei wunderbaren Veranstaltungstagen steht er fest, der neue Wetterauer Kreismeister im Poetry Slam. Nach spannenden Duellen konnte sich Jean Ricon durchsetzen und ist nun Besitzer des großen hölzernen Ws.
Die Zweitplatzierte, Barbara Rohrmoser, gleichsam nun Besitzerin eines hölzernen Ws, nur etwas kleiner, vertritt die Kreismeisterschaft bei den diesjährigen Hessenmeisterschaften in Gießen und Wetzlar.
Danke euch und allen weiteren Slammerinnen und Slammern für eine großartige Wetterauer Kreismeisterschaft im Poetry Slam 2016.

Samstag, 7. Mai 2016

Die Finalisten für den Entscheid 2016 stehen fest

Nach zwei tollen Halbfinalen in Karben und Reichelsheim Donnerstag und Freitag habt ihr für uns acht Finalisten ausgedeutet.

Im KUHtelier in Karben konnten sich am Donnerstagabend Titelverteidiger Luke Monís, Marten de Wall, Barbara Roherwasser und Maria Sailer durchsetzen

HF1: Luke, Marten, Barbara und Maria
.
Gestern Abend führten das Feld Patrick Robinson, Ulf Eisenkrämer, Jean Ricon und David Troiber an.
HF2: Patrick, Ulf, Jean, David

Und da wir Profis sind, ganz ausgefuchste, haben wir uns ein unglaublich innovatives System ausgedacht, wer gegen wen antritt:

Sieger Wertungsrunde 1 Karben gegen 2. Sieger Wertungsrunde 1 Reichelsheim
Zweiter Sieger Wertungsrunde 1 Karben gegen Sieger Wertungsrunde 1 Reichelsheim
Sieger Wertungsrunde 2 Karben gegen 2. Sieger Wertungsrunde 2 Reichelsheim
Zweiter Sieger Wertungsrunde 2 Karben gegen Sieger Wertungsrunde 2 Reichelsheim

Unglaublich, was?

Das bringt uns für heute Abend zu folgenden Wortduellen:

Barbara vs Patrick
Luke vs David
Maria vs Ulf
Marten vs Jean

Wir freuen uns auf einen weiteren tollen Abend mit euch. Los geht's heute Abend, dem 7. Mai 2016, um 19:30 Uhr im Theater Altes Hallenbad in Friedberg. Karten gibt's noch an der Abendkasse.

Freut euch auch auf Shortless, die für euch spielen. Wir tun's!



Sonntag, 1. Mai 2016

Line-ups der Halbfinale

Nur noch wenige Tage! Alles, was getan werden konnte, ist getan. Fast 500 Plakate hängen im Kreis, gut 2.000 Flyer sind verteilt, und auch die Lokalpresse hat alles gegeben. Die Pflicht ist erledigt, nun freuen wir uns auf die Kür :)

Nachfolgend haben wir die Line-ups für die zwei Halfinale für euch. Insgesamt 22 Poetinnen und Poeten werden sich euch diesen Donnerstag und Freitag stellen. Die jeweils besten Vier werden dann am 7. Mai im Finale in Einzelduellen untereinander bestimmen, wer für die Kreismeisterschaft nach Gießen und Wetzlar zur Hessenmeisterschaft zieht. 

Halbfinale 1, 5. Mai, 20:00 Uhr
KUHtelier, Burg-Gräfenröder-Str. 2 d, 61184 Karben

Line-up:
Kim-Anh Schäfer
Barbara Roherwasser
Julia Szymik
Thorsten Zeller
Maria Sailer
Jonas Wagner-Heydecke
Marten de Wall
Kim Müller
Luca DN
Lea Klein
Luke Monís

Halbfinale 2, 6. Mai, 20:00 Uhr
Bistro Cockpit, Im Mühlahl 12, 61203 Reichelsheim


Line-up:
Jean Ricon
David Troiber
Ulf Eisenkrämer
Patrick Robinson
Susanne Heydecke
Johanna Hock
Patrick Leonhardt
Celine Hron
Michelle Ratzka

Mary Grebner
Annika Hofmann

Donnerstag, 21. April 2016

Samstag, 23. April: 27. Poetry Slam im Bistro Cockpit

Lea Weber beim 26. Cockpit-Slam
An diesem Samstag, dem 23.04.2016, ab 19:30 Uhr, wird der 27. Poetry Slam in Reichelsheim ausgetragen.
Das Bistro Cockpit erwartet das Slam-Team PlusEins (Jan Cönig und Eva Schilling), Jonas Leichert, Nicki Schuck, Ann-Christin Wahlen, Mary Grebner, Raban Lebemann, Barbara Roherwasser und Artem Zolotarov.
Wie immer darf das Publikum über Tischbewertungen mitbestimmen, welche drei Teilnehmer einen zweiten Text im Finale vortragen dürfen. Den lyrischen Gattungen und Inhalten sind kaum Grenzen gesetzt, nur zwei sind unumstößlich: Der Text muss selbstverfasst sein und darf sieben Minuten nicht überschreiten.
Moderator Andreas Arnold freut sich auch über Anfänger, die spontan die Gelegenheit zum Auftritt nutzen wollen. Wer Interesse hat, meldet sich gerne unter reichelsheim@poetry-slam-wetterau.de oder spontan am Abend.
Vor dem Wettkampf und in der Pause unterhält Sebastian Barwinek mit der irischen Bouzouki.
Karten gibt es zu 6,00 Euro an der Abendkasse und zu 5,00 Euro über den Ticketshop Friedberg (06031-15222) sowie alle anderen Vorverkaufsstellen.

Dienstag, 22. März 2016

Krawall & Zärtlichkeit für Essen

Herzlicher Empfang beim Krawall & Zärtlichkeit #6
Es war der 15. März, als unsere vier Helden der Wetterauer Slam-Poetry-Boygroup in Richtung Essen ...
"Warte mal", warf Domi ein. "Der 15. März? Wann hatten wir denn den Termin vereinbart?"
"Im November schon?", antwortete Andreas schnippisch und fuhr fort, seherisch zu monologisieren.
" ...der 15. März, als unsere Helden der Wetterauer Slam-Poetry-Boygroup - mit Ausnahme Domis, der den Termin nicht notiert hatte - in Richtung Essen ..."
"Tschuldigung!", unterbrach Torsten. "Es hat den Schein, mein Sein sei anderweitig wohl gefragt. Gesagt, getan, fahr'n nun nur noch zwei."
"Äh!", sagte Andreas und mühte sich unbeirrt, dennoch den einleitenden Satz seines prekognitiv initiierten Blogbeitrages zu beenden.
"...als unsere Helden der Wetterauer Slam-Poetry-Boygroup - mit Ausnahme Domis, der den Termin nicht notiert hatte, und Thorstens, der anderweitig benötigt wurde - in Richtung Essen ..."
"Der 15.?" frug Artur mehr sich selbst.
"Ach, komm schon!", antwortete Andreas keineswegs sich selbst, denn er frug ja nichts. Artur frug. Mehr sich selbst zwar, doch das hielt Andreas nicht ab, dennoch zu antworten.
"Na, gut! War ja nur ne Fruge! Ich komme mit!"

LIGHTNING
"Es war der 15. März, als unsere zwei unserer vier Helden der Wetterauer Slam-Poetry-Boygroup in Richtung Essen aufbrechen sollten, von Freddies Thunderballs and Lighnings mehrfach beschallt und gesegnet, um dort wunderbare nahezu verräterrischer Akzente und Dialekte befreite Poems und Stories zu tellen. Und wahrlich ich sage euch, sie tellten. Und wie sie tellten. Gar wunderbar!"
"Wahr gesprochen!", sagte Artur, stiegt in Andreas' pikantes asiatisches Automobil, legte die nicht fehlen dürfende Queen-CD ein und sagte: "Hit it!". Andreas hittete es, nämlich das der Beschleunigung des Gefährtes dienende Pedal, und in Null Komma zweineinhalb Stunden waren die M&Ms unter den A&As - wenn ihr wisst, was ich meine, und ich bin sicher ihr wisst, was ich meine - in NRWs heimlicher Slam-Metropole. In lukullischer Tradition genährt vom Inder um die Ecke, herzlich empfangen von den Gastgebern Zwergriese und Micha El-Goehre und umjubelt, gelobpreist und gebenedeit von den Scharen, die da gekommen waren, um sie zu sehen. Sie und Sarah Kerstin, Tobi Katze, Jan Schmidt, Florian Stein und Tuna Tourette.

THUNDERBALL
"Aus der Wetterau angereist!", schloss Micha nach dem obligatorischen Regelnerklären und rief damit Andreas als zweiten des Abends auf die Bühne.
"Wetterau? Was'n das?", jubelte die fragliche Menge, und Andreas tellte, wie anfangs angekündigt und so authentisch wie nie, seine Story von Descartes, Absinth-Testreihen und Fahrkartenkontrolldienstmitarbeitern, und das, obwohl er noch fahren musste. Bis Artur als letzter die Bühne erklommen haben sollte, würden noch einige wunderbare Menschen ihr lustiges bis nachdenkliches Material an die hungrige Menge verfüttert haben. Doch dann kam es zum Letzten, welcher Artur war, und Artur servierte sein vegetarisches Gericht namens Mama, sehr zur Tränenrührung einiger Gerührter. Eine kleine Finalzugabe von trunkenen Comisfans zu lesen, war Andreas noch gegönnt, bis sie wieder nachhause in die Wetterau aufbrechen durfen. In Null Komma zweieinhalb
Stunden waren sie wieder dort, wo Zuckerrübensirub das Guinness des Nichtiren ist. Nach einem Abend voller Gastfreundschaft, liebevoller Menschen, der Erkenntnis, dass in Nordindien auch scharf gegessen wird, und großartiger Wortkünstler, die allesamt versprochen hatten, die Wetterau alsbald zu besuchen ...

"... kehrten die zwei Helden wieder zurück in ihre WG!", endete Andreas die tolle Geschichte.
"Tolle Geschichte!", kommentierte Artur. "So lebensecht und authentisch und so!"
"Hast du uns was mitgebracht?", frugen Domi und Thorsten uni sono.
"Später!", sagte Andreas, denn das ist eine andere Geschichte.

Das obligatorische Gruppenfoto:
v. l. n. r.: Andreas, Domi (vertreten durch Zwergriese),
Thorsten (vertreten durch Micha) und Artur

Danke an Dennis Thom für die schönen Fotos :)

Dienstag, 8. März 2016

Neues aus der Slam WG - Episode 1: Die Wahlnachlese




Traurig sitzen die vier Künstler der Wetterauer Poetry-Slam-Boygroup in ihrer Küche und starren auf Zeitungen, Tablets, Laptops und Kaffekannen. Am Wochenende war Kommunalwahl: „In Büdingen kommt die NPD auf 14 Prozent“, liest Domi mit leiser Stimme vor. „Mmmmh“, sagt Andy und streichelt seinen Bizeps. Langsam hebt Artur seinen Kopf vom Tisch, dropt eine ukrainische Line und legt ihn wieder ab. „13 Prozent für die AfD im Kreis“, ergänzt Domi in Trauer auf ein Verb verzichtend. Alle schweigen. „Wer schreibt nun einen Text für unseren Blog“, fragt Andy wie immer ungebremst motiviert – irgendwo zerbricht ein Stift. „Keine Lust“, grummelt Domi, „keine Zeit“, antwortet Thorsten, `irgendwas Ukrainisches´ spittet Artur und schiebt das Poetry Slam Wetterau Buch – ´Texte von Toleranz, Respekt und Anerkennung´ langsam über die Tischkante. 

„Wenn wir annehmen, dass wir mehr als tausend Besucher in einem Jahr auf unseren Slams haben, dann bedeutet das ja auch, dass darunter mindestens 100 Wähler rechter Parteien waren“, rechnet Domi. „Du kannst nicht rechnen“, erinnert in Andy, „Thorsten kann rechnen.“ „Es sollte uns schon quälen, dass sich zu viele vom Wählen stehlen“ antwortet Thorsten mit Blick auf die Wahlbeteiligung von lächerlichen 50 Prozent. 

„Warum genau gehen wir eigentlich so häufig auf Bühnen?“ fragt Domi. „Fame und Bitches“, antwortet Artur, „andere Hobbys wären mir am Abend einfach zu zeitaufwändig“, betont Thorsten. „Weil wir als Künstler eine gesellschaftliche Verantwortung haben. Aus der Möglichkeit viele Menschen mit unseren Worten zu erreichen, ergibt sich a priori die Pflicht wichtige Themen anzusprechen und als Stimme der Kunst, die schon immer Sprachrohr der Vernunft und Menschlichkeit war, die Herzen und Hirne der Menschen zu erreichen, bevor wir a posteriori am Arsch sind“, sagt Andy. „Nice“ antwortet Artur und öffnet ein Bier. „Also wenn ich das nochmal durchrechnen darf,“ sagt Domi. „Tu dies tunlichst nicht“, wirft Thorsten dazwischen und ergänzt: „Eine alte Slam Weisheit besagt doch: Wenn niemand in die Jury will, gewinnt meist der schlechteste! Aber unser Publikum will doch immer gerne in die Jury, also gehe ich davon aus, dass wir keine Rechtswähler - oder besser Unrechtswähler -  unter unseren Zuschauern haben.“ „Du meinst, das ist wie damals, als Tokio Hotel weltweit Millionen Fans hatte, ich aber nicht einen Menschen kannte, der einen kannte, der einen kannte, der schon mal von jemandem gehört haben will, der Tokio Hotel eventuell ganz duffte findet?“ „Ähm, ja, ich weiß nicht, vielleicht?“ antwortet Thorsten. „Ich muss durch den Monsuuuuuun“, grölt Artur und stupst das nächste Poetry Slam Wetterau Buch – ´Texte von Toleranz, Respekt und Anerkennung´ von der Tischkannte. 

„Übrigens: Auf dem Wahlzettel zur Reichstagswahl vom 26.März 1936 stand über dem Namen Adolf Hitler der Spruch ´Reichstag für Freiheit und Frieden`,“ sagt Andy und legt sein vergilbtes Geschichtsbuch zur Seite. „Ja, aber die Verhältnisse von damals lassen sich ja gar nicht mit den heutigen vergleichen“, sagt plötzlich die Stimme der Relativierung und fliegt apathisch grinsend aus dem Fenster. „Bei der Reichstagswahl vom 14. September 1930 kam die NSDAP auf 18,3 Prozent“, sagt Domi und schließt Wikipedia. Der Rest ist Schweigen.